Das Projekt
Durch die prognostizierte Zunahme an Starkregen-Ereignissen sind auch in diesem Bereich weitere Anpassungsmaßnahmen nötig, vor allem um die Folgekosten von Sanierungen und Wiederherstellungen zu minimieren bzw. zum Schutz von Objekten.
Neben dem Niederschlag selbst (z.B. Hagelschäden) entstehen die größten Schäden durch das vom abfließenden Wasser mitgerissene Material (Schlamm). Wenn das oberflächlich abfließende Wasser in Gebäude eindringt kommt es oft zu massiven Schäden. Hier spielt vor allem die topografische Lage eines Gebäudes eine entscheidende Rolle - in Senken, an Hängen oder in der Nähe eines Gewässers. Eine weitere Gefahr stellt die Beeinträchtigung des Betriebs von Kläranlagen durch Überflutung dar, da sich diese oft in einer Senke befinden.
In der Weiterführungsphase I wurde daher begonnen, betroffene Flächen in den Gemeinden zu identifizieren und Lösungen zu finden. 4 Gemeinden identifizierten konkrete Problemstellen, bei denen es im Zuge von Starkregenereignissen immer wieder zu (kleinräumigen) Überflutungen kommt. Mit dem Instrument der Flurplanung in Zusammenarbeit mit der NÖ Agrarbezirksbehörde wurden erste Lösungsvorschläge erarbeitet. Ziel der Weiterführungsphase II ist, die erarbeiteten Maßnahmenvorschläge zu konkretisieren und konkrete Anpassungsmaßnahmen umzusetzen. Darüber hinaus liegt der zweite Schwerpunkt der Maßnahme auf der Stärkung der Eigenvorsorge der Bevölkerung bei Unwettern.
Aktivitäten
Hochwasserschutz beginnt zuhause - Sandsäcke für den Ernstfall
Beim „Holzheurigen“ der Mittelschule Martinsberg am 19. März 2026 stand der Klimawandel im Mittelpunkt. Meteorologe Klaus Haslinger (GeoSphere Austria) zeigte eindrucksvoll, wie stark Extremwetterereignisse bereits zunehmen und welche Entwicklungen noch zu erwarten sind.
Als engagierte Klimaschule setzt die Mittelschule Martinsberg heuer einen Schwerpunkt auf Extremwetter. Der Vortrag bot dafür wertvolle und verständliche Einblicke für Schülerinnen und Schüler, Eltern und Interessierte.
Ein besonderer Fokus lag auf der Eigenvorsorge bei Extremregen: Die KLAR! Waldviertler Kernland informierte über konkrete Schutzmaßnahmen und stellte Sandsäcke samt Checklisten zur Verfügung, damit sich Haushalte gezielt auf mögliche Starkregenereignisse vorbereiten können.
Der Abend verband Information mit praktischer Vorsorge und zeigte, wie wichtig gemeinsames Handeln im Umgang mit den Folgen des Klimawandels ist.
Planungstool Flurplanung
In den Gemeinden Grafenschlag, Waldhausen, Weinzierl/Walde, Kirchschlag, Kottes und Schönbach ist im Sommer 2022 das Instrument der Flurplanung gestartet.
Bei der Flurplanung geht es im Sinne einer agrarstrukturellen Entwicklungsplanung darum, in den Gemeinden Problemfelder zu identifizieren und mögliche Lösungsvorschläge in enger Zusammenarbeit mit der NÖ Agrarbezirksbehörde zu erarbeiten. Die Lösungsvorschläge können von der Errichtung von Rückhaltebecken über die Forcierung der Versickerung von Regenwasser auf Eigengrund bis zur Wiedervernässung von Mooren reichen.
Die Problemfelder in den Gemeinden wurden mit der Agrarbezirksbehörde besichtigt und gemeinsam mit Expert:innen wurden erste Lösungsvorschläge entwickelt. Diese werden in den Gemeinden weiter vertieft.
Erhebung der Risikoflächen - 2019
Als Grundlage für die weiteren Planungen zu Vermeidung bzw. Minimierung von Schäden durch Oberflächenwasser wurde eine umfassende Erhebung durchgeführt.
In einem ersten Schritt wurden in allen Gemeinden, in jeder KG, von den GemeinderätInnen bzw. OrtsvorsteherInnen alle bebauten Gebiete der Region erhoben, welche in den letzten 5 Jahren von Starkregenereignissen betroffen waren. Diese wurden in, vom KLAR! Büro vorbereitete Karten eingetragen. Die erhobenen Karten wurden anschließend an das KLAR! Büro übermittelt und mit den Daten der HORA – Oberflächenkarte abgeglichen und ggf. ergänzt.


Diese so entstandenen Erhebungen je Gemeinde, mit den eingezeichneten Regenwasserzonen, wurden bei der Generalversammlung an die jeweiligen Gemeindevertreter übergeben. Danach wurden die Ergebnisse mit allen Gemeinden nochmals direkt besprochen. In drei Gemeinden sollen nun Retentionsflächen zum Schutz der Siedlungsgebiete geschaffen werden, welche gleichzeitig auch der Grundwasseranreicherung dienen sollen.

