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Die Koordinierungsstelle Wald informiert

    Unter dem Motto "Die Koordinierungsstelle Wald informiert" werden regelmäßig aktuelle Artikel zum Thema "Klimafitter Wald" veröffentlicht.

    Diese können Sie auch hier nachlesen.

    Waldschutz im Klimawandel – Chancen für den Waldviertel

    Die Auswirkungen des Klimawandels sind auch im Waldviertel deutlich spürbar. Schneearme Winter, längere Trockenperioden und zunehmende Extremwetter setzen unseren Wäldern zu. Waldschutz heißt, heute Verantwortung zu übernehmen – damit auch unsere Kinder und Enkelkinder einen gesunden, widerstandsfähigen Wald erleben können.

    Trockenheit und Schädlinge
    Besonders flachwurzelnde oder standortfremde Bäume leiden unter Wassermangel. Geschwächte Bäume werden anfälliger für Schädlinge wie Borkenkäfer. Regelmäßige Kontrollen im eigenen Wald helfen, Schäden früh zu erkennen: Bohrmehl im unteren Stammbereich, Harzfluss oder verfärbte Kronen sind Warnsignale. Werden betroffene Bäume rasch entfernt, lassen sich größere Schäden verhindern und die Nachbarbäume schützen.

    Stabile Wälder statt Monokulturen
    Strukturreiche, gemischte Wälder mit Bäumen unterschiedlichen Alters sind widerstandsfähiger gegenüber Sturm- und Schneeschäden als gleichaltrige Monokulturen. Regelmäßige, behutsame Pflege fördert stabile, tief verwurzelte Bäume – eine Vorsorge, die sich langfristig auszahlt.

    Der Boden als Schutzfaktor
    Humusreiche Böden speichern Wasser wie ein Schwamm und helfen dem Wald, Hitze und starke Regenfälle besser zu überstehen. Wer den Boden schont und auf vielfältige Baumarten setzt, stärkt nicht nur einzelne Bäume, sondern das gesamte Waldökosystem – für Stabilität, Erholung und frische Luft.

    Vorsorge ist die beste Strategie
    Waldschutz beginnt nicht erst bei Stürmen oder Schädlingsbefall. Wer heute auf Vielfalt, stabile Strukturen und gesunde Mischungen setzt, sorgt dafür, dass sein Wald auch in Zukunft stark und lebendig bleibt. Ein klimafitter Wald entsteht nicht von selbst – er ist das Ergebnis vorausschauender Entscheidungen.

    Die KLAR! Waldviertler Kernland ist Anlaufstelle für alle Anliegen und Fragen rund um den klimafitten Wald. Sie erreichen uns unter klar@waldviertler-kernland.at.

    Gewinnspiel – mitmachen lohnt sich!
    Auf www.waldviertler-kernland.at/wald  gibt es ein Quiz rund um Natur, Wald und Rücksichtnahme. Mit etwas Glück kann ein Gutschein für einen Klimabaum gewonnen werden. Wer teilnimmt, trägt gleichzeitig dazu bei, dass die Botschaft von Rücksicht und Achtsamkeit in unserer Region weitergetragen wird.

    (Erscheinungsdatum 03.2026)

    Rücksichtsvolles Verhalten im Wald – Neue Hinweistafeln in allen 9 KLAR!-Gemeinden aufgestellt

    „KLAR! achte ich darauf, Pilze und Beeren nur mit Maß zu sammeln!“ – mit dieser klaren und freundlichen Botschaft wirbt seit Kurzem eine neu gestaltete Hinweistafel in der Gemeinde Ottenschlag für einen achtsamen Umgang mit unserer Natur und insbesondere mit dem Wald. Weitere Tafeln mit ähnlichen Themen wurden in allen 9 KLAR! Gemeinden des Waldviertler Kernland aufgestellt.

    Die Tafeln wurden an gut frequentierten Wegen, Plätzen und Erholungsschwerpunkten platziert. In Ottenschlag steht die Tafel am Sonnenweg und lädt alle Besucher:innen ein, sich an einfache, aber wirkungsvolle Verhaltensregeln zu halten: auf den Wegen bleiben, Hunde an die Leine nehmen, keinen Müll hinterlassen, Warnschilder beachten und Lärm vermeiden.

    Achtsamkeit für unsere Natur
    Die Initiative möchte daran erinnern, dass unsere Wälder nicht nur Erholungsraum für Menschen sind, sondern vor allem wertvolle Lebensräume für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten. Jede und jeder kann mit kleinen Gesten dazu beitragen, dass diese Lebensräume erhalten bleiben – ob beim Spaziergang, beim Radfahren oder bei sportlichen Aktivitäten im Grünen.

    Mit dem Leitsatz „Danke, dass du Rücksicht nimmst!“ wird bewusst gemacht, dass wir nicht allein im Wald unterwegs sind. Unsere Anwesenheit hat immer auch Auswirkungen auf die Tierwelt, die Pflanzen und die Waldbewirtschaftung. Rücksichtnahme bedeutet daher, Natur zu genießen, ohne sie zu stören oder zu schädigen.

    Hörbeiträge per QR-Code
    Eine Besonderheit: Auf allen Tafeln befindet sich ein QR-Code, über den spannende Hörbeiträge mit Hintergrundinformationen abgerufen werden können. Wer den Code mit dem Smartphone scannt, erfährt mehr über das rücksichtsvolle Verhalten in der Natur. Die Hörbeiträge sind auch auf der Homepage der KLAR!-Region abrufbar – perfekt für alle, die schon vor oder nach dem Spaziergang tiefer eintauchen wollen.

    Gemeinsam für mehr Bewusstsein
    Die KLAR!-Gemeinden setzen mit dieser Aktion ein gemeinsames Zeichen für den Schutz unserer natürlichen Ressourcen und wollen Einheimische wie Gäste gleichermaßen ansprechen. Freundlich formulierte Botschaften wirken oft stärker als reine Verbote – sie laden dazu ein, sich aktiv und positiv zu verhalten.

    Als zusätzlichen Anreiz gibt es auf der Homepage www.waldviertler-kernland.at/wald ein Gewinnspiel in Form eines Quiz. Dabei gilt es, Fragen rund um Natur, Wald und Rücksichtnahme zu beantworten – und mit etwas Glück kann ein Gutschein für einen Klimabaum gewonnen werden. Mitmachen ist einfach – und wer teilnimmt, leistet gleichzeitig einen Beitrag dazu, dass die Botschaft von Rücksicht und Achtsamkeit in unserer Region noch weitergetragen wird.

    (Erscheinungsdatum 12.2025)

    Bäume pflanzen wie ein Pro!

    Der Frühling ist die Jahreszeit zum Aufforsten im klimafitten Wald. Gepflanzt wird meist von Ende März bis Anfang April – also nach dem Auftauen des Bodens und vor dem Austreiben der Forstpflanzen. Ein zweites Fenster gibt es auch im Herbst – September und Oktober.

    Wie bei so vielem, kommt es auch hier auf die richtige Technik an. Der Grundsatz lautet: „Die Pflanztechnik muss an die Pflanze und die Standortverhältnisse angepasst werden“. Wer nämlich die Pflanzen in ein zu kleines Loch hineinzwängen will, um sich Arbeit zu ersparen, verletzt nicht nur die Wurzeln, was zum Absterben des Bäumchens führen kann, sondern wirft sein Geld quasi beim Fenster hinaus. Sorgfältiges Setzen der Pflanzen ist eine Voraussetzung zur gelungenen Anlage eines neuen Bestandes, der gesund und stabil wächst und somit auch die gewünschten Erträge bringen kann. Entscheidend ist die tatsächliche Witterung an den Pflanztagen: am günstigsten sind bedeckte und windstille Tage, da so ein rasches Austrocknen der empfindlichen Wurzeln verhindert wird. Der Weg zwischen Transportfahrzeug und Aufforstungsfläche sollte möglichst kurzgehalten werden: Die Wurzelhaare bei wurzelnackten Pflanzen sterben bereits innerhalb weniger Minuten ab. Während des gesamten Transports sollen sich  die Pflanzen in geeigneten Behältern befinden, die Moos oder feuchtes Sägemehl enthalten, um die Austrocknung zu vermeiden. Erst unmittelbar vor dem Einsetzen in den Boden dürfen die Bäumchen entnommen werden.

    Genauso entscheidend ist die Auswahl des Saat- und Pflanzgutes, denn die einmal gewählte Herkunft ist Produktionsgrundlage für viele Jahrzehnte. Durch hohe Ausfallraten, langsamen Wuchs oder schlechte Qualität können ungeeignete Herkünfte das Betriebsergebnis entscheidend beeinflussen. Die Informationsplattform herkunftsberatung.at hilft, das optimale Saat- und Pflanzgut für Ihren Waldstandort auszuwählen. Sie basiert auf dem nationalen Register der zugelassenen Plantagen und Saatguterntebestände des Bundesamtes für Wald, den behördlich angemeldeten Saatgutbeerntungen in Österreich sowie auf den Ergebnissen von Herkunftsversuchen am Bundesforschungszentrum Wald.

    (Erscheinungsdatum 02.2025)

    Trittsteinbiotope im Wald – Kleine Lebensräume mit großer Wirkung für die Biodiversität

    In der Waldwirtschaft gewinnen Trittsteinbiotope zunehmend an Bedeutung. Diese kleinen, gezielt geschaffenen oder erhaltenen Lebensräume fungieren wie Trittsteine, die es Tieren und Pflanzen ermöglichen, sich zwischen größeren Waldflächen, Wiesen und anderen Biotopen zu bewegen und so den genetischen Austausch und die Verbreitung von Arten zu fördern. Waldbesitzern bieten Trittsteinbiotope eine Gelegenheit, aktiv zur Erhaltung der Artenvielfalt beizutragen und gleichzeitig naturnahe Strukturen in die forstliche Nutzung zu integrieren. Aber was genau sind Trittsteinbiotope, und wie können sie dem Wald zugutekommen?

    Durch Trittsteinbiotope wird der Wald zu einem lebendigeren und widerstandsfähigeren Lebensraum. Diese Kleinstrukturen bieten Rückzugsorte für verschiedene, oft bedrohte Arten – von Insekten und Vögeln bis hin zu kleinen Säugetieren – und schaffen ein wichtiges Refugium für Arten, die im sonst homogen genutzten Forst keine geeigneten Bedingungen finden. Ein vernetztes Biotopsystem hat dabei auch positive Effekte auf die Anpassung an den Klimawandel: Wenn sich Arten über kurze Entfernungen fortbewegen können, gelangen sie leichter zu passenden Lebensräumen und sind weniger anfällig für extreme Wetterlagen und veränderte Umweltbedingungen. Zugleich fördert die Erhaltung und Schaffung dieser „Trittsteine“ die natürliche Widerstandsfähigkeit des Waldes, da eine hohe Biodiversität das gesamte Ökosystem stabiler und robuster macht.

    In der Praxis können Trittsteinbiotope auf verschiedene Arten gestaltet sein und lassen sich oft durch einfache Maßnahmen einrichten. Beispiele hierfür sind Totholzansammlungen, alte Baumgruppen und kleine Feuchtstellen, die sich hervorragend als Lebensraum für eine Vielzahl von Organismen eignen. Auch offene Lichtungen oder lichter Waldrand bieten zahlreichen Blütenpflanzen, Schmetterlingen und Wildbienen einen idealen Lebensraum. Ebenso bieten Steinhaufen oder Trockenmauern wertvolle Rückzugsorte für Reptilien, Kleinsäuger und wärmeliebende Pflanzen, die oft auf eng begrenzte Lebensräume angewiesen sind.

    Diese Trittsteinbiotope sind für viele Waldbesitzer relativ leicht umsetzbar, ein erster Schritt besteht darin, die eigenen Waldflächen zu sichten und zu analysieren, welche Strukturen bereits vorhanden sind und wo sich gezielte Ergänzungen lohnen könnten. Die Planung kann dabei ganz einfach beginnen: Kleine Maßnahmen, wie das Liegenlassen von Totholz oder das Anlegen von Senken und Steinhaufen, entfalten oft eine große Wirkung.

    Trittsteinbiotope sind also nicht nur eine ökologische Bereicherung, sondern ein Zukunftsmodell für eine nachhaltige und naturnahe Waldwirtschaft. Indem Waldbesitzer diese Biotope schaffen und erhalten, tragen sie aktiv zur Förderung der Biodiversität bei und unterstützen zugleich die klimatische Anpassungsfähigkeit des Waldes. Wer also heute in Trittsteinbiotope investiert, legt damit das Fundament für einen vitaleren, widerstandsfähigeren Wald von morgen.

    (Erscheinungsdatum 11.2024)

    Waldboden – Unsichtbares Ökosystem unter unseren Füßen

    Ohne Waldboden kein Wald. Waldböden bilden das Fundament der heimischen Wälder und sind damit eine essentielle forstliche Ressourcen. Sie sind wichtig für das Baumwachstum und erfüllen viele weitere ökologische Funktionen.

    Multitalent

    Waldböden sorgen für sauberes Trinkwasser, schützen vor Hochwasser, sind Lebensraum unzähliger Organismen und bilden die Grundlage für die Holzproduktion. Zudem sind sie ein Kohlenstoffspeicher, was besonders im Zusammenhang mit dem Klimawandel von großer Bedeutung ist.

    Nachhaltige Nutzung

    Waldböden unter nachhaltiger Nutzung sind in der Regel sehr naturnah aufgebaut. Lange Produktionszeiträume und eine extensive Bodenbewirtschaftung im Wald tragen dazu bei. Ein geschlossener Nährstoffkreislauf in Wäldern sorgt für eine automatisch ablaufende forstliche Produktion.

    Als Folge der jährlich anfallenden Streu bildet der Waldboden mithilfe der Bodentiere und Mikroorganismen eine Humusauflage, die als Teil des natürlichen Stoffkreislaufs die Bäume mit Nährstoffen versorgt. Durch Humusbildung speichern Waldböden hohe Mengen an organischem Kohlenstoff und wirken somit dem Klimawandel entgegen. Die Humusauflage kann allerdings durch Bewirtschaftungsfehler zerstört werden.

    Gefahren für den Waldboden

    Der Wald selbst ist der beste Schutz für den Boden. Die geschlossene Pflanzendecke aus Bäumen, Sträuchern, Kräutern und Moosen schützt vor Erosion. Dies schützt allerdings nicht vor den anhaltenden Einträgen von Luftverunreinigungen. Durch die Filterwirkung der Wälder liegen die Einträge von Säuren, Stickstoff und anderen Schadstoffen in Waldbeständen deutlich über denen im Freiland, was zu einer Versauerung führt.

    Bei der Waldbewirtschaftung ist es immens wichtig, den Waldboden zu schonen und seine Funktionen nicht zu beeinträchtigen. Eine artenreiche Baumartenmischung sorgt für gute Durchwurzelung und ein aktives Bodenleben. Bestimmte Baumarten können dazu beitragen, Bodenverdichtungen schneller zu regenerieren und Nährstoffverluste durch Auswaschung zu minimieren. Die Erle ist beispielsweise eine Baumart mit verdichtungstoleranten Wurzeln, während der Ahorn durch seine gut abbaubare Streu der Versauerung des Bodens entgegenwirken kann. Die Tanne und die Eiche haben ein tief reichendes Wurzelwerk, das zu einem umfassenderen Nährstoffkreislauf beiträgt.

    Ein schonend bewirtschafteter Mischwald, mit einer hohen standortangepassten und klimaangepassten Baumartenvielfalt ist die beste Grundlage für einen leistungsfähigen und gesunden Wald.

    (Erscheinungsdatum 5.2024)

    Klimafitte Dauerwälder als wichtige CO2-Speicher

    In den österreichischen Wäldern sind circa 985 Millionen Tonnen Kohlenstoff in Form von Biomasse und in den Böden gespeichert. Um langfristig viel Kohlenstoff auf der Fläche zu halten und gleichzeitig permanent CO2 aus der Luft aufzunehmen, ist es von entscheidender Bedeutung, den Biomassebestand und die Produktivität hochzuhalten. Wird der Wald außer Nutzung gestellt, überaltert er und gibt durch Verrottung den gespeicherten Kohlenstoff als CO2 wieder in die Atmosphäre ab. Eine Bewirtschaftung hin zum klimafitten Dauerwald, bei dem der Wald genutzt, aber nicht kahlgeschlagen wird, ist daher erstrebenswert.

    Ein wichtiger Kohlenstoffspeicher im Wald ist die Humusauflage, welche sich aus Blättern, Nadeln und Zweige bildet. Wird ein Bestand kahl geschlagen, fehlt der Eintrag an Blättern, Nadeln und Totholz. Da der Boden nicht mehr vor der Sonne geschützt wird, steigt die Temperatur hier stark an und der Abbau der Humusauflage wird beschleunigt. Durch den Kahlschlag eines Bestandes geht ein großer Teil des in der Humusauflage gespeicherten Kohlenstoffs verloren und es dauert bis zu 200 Jahre um das ursprüngliche Niveau an Humusauflage wieder zu erreichen.

    Nicht nur in der oberirdischen Biomasse, sondern auch im Waldboden werden beträchtliche Mengen an Kohlenstoff gebunden. Eine Faustregel besagt, dass bei einem erntereifen Bestand die doppelte Menge an Kohlenstoff aus der oberirdischen Biomasse im Boden gespeichert ist. Laub, Nadeln, Rinde und totes Holz werden von Bodenlebewesen in die Erde eingearbeitet. Doch auch hier gibt es Grenzen, der Kohlenstoffgehalt steigt nicht unendlich, ab einem gewissen Punkt wird durch die Umsetzung der Bodenorganismen genau so viel Kohlenstoff veratmet wie eingetragen wird.

    Ein dauerbewirtschafteter und klimafitter Wald zeichnet sich dadurch aus, dass in ihm mehrere Baumarten aller Altersstufen zu finden sind. Dadurch wird eine Reduzierung der Humusauflage vermieden und das Risiko von großen Schäden durch Stürme oder Schädlinge ist weitaus geringer. Ein bewirtschafteter Dauerwald spielt daher nicht nur im Klimaschutz als Kohlenstoffsenke eine bedeutende Rolle, sondern auch in der Anpassung an veränderte Klimabedingungen.

    (Erscheinungsdatum 11.2023)