Es geht nur gemeinsam!

Fachhochschulprojekt sucht Co-Forscher*innen für Projekt zu Leerstandsreduzierung und gelingendem Zuzug 

Wie Zuzug und ein gutes Miteinander aller gefördert und Leerstand verringert werden kann, sind Fragen, die alle Gemeinden im Waldviertler Kernland beschäftigen. Gemeinsam mit Forscher*innen der Fachhochschule St Pölten wird nun ein von der Kleinregion initiiertes Projekt umgesetzt, das sich genau damit auseinandersetzt. Dabei sollen in allen Gemeinden ein besseres Verständnis der aktuellen Situation entstehen, vorhandene Ideen gesammelt und Maßnahmen entwickelt werden.

„So ein Projekt können wir nicht am Schreibtisch in der Fachhochschule durchführen. Wir wollen gemeinsam mit den Waldviertler*innen erforschen, wie Zuzug künftig gut gelingen kann.“ erklärt die Projektleiterin FH Professorin Dr. Michaela Moser die geplante Vorgangsweise.

„Damit das Projekt gut gelingen kann, braucht es die Beteiligung der Bevölkerung in den Gemeinden. Die Waldviertler kennen ihre Region schließlich selbst am besten.“

Gesucht werden deshalb 2 – 3 Personen in jeder Gemeinde, die sich hier engagieren wollen und bereit sind, von September 2018 – April 2019 mit zu forschen.

Die Personen sollen ihre Gemeinden und die Menschen dort gut kennen, aktiv, kommunikativ sein und interessiert an neuen Erkenntnissen zu ihrer Region. Spezielle Vorkenntnisse sind nicht nötig. Erwartet wird die Beteiligung an zwei regionalen Arbeitstreffen und Zeit für die Umsetzung von einigen Gesprächen bzw. kürzere Treffen in der eigenen Gemeinde.

Der genaue Prozess wird gemeinsam mit den Forscher*innen der FH geplant und von diesen begleitet.

Das erste Treffen mit den potenziellen Gemeinde-Scouts findet am Donnerstag, 27. September 2018 um 19 Uhr im Gasthaus Schrammel in Kottes statt.

 

Für diejenigen, die sich auch beteiligen wollen und Ideen zu gelingenden Zuzug und Leerstandsreduzierung, aber weniger Zeit haben, wird das auch in Form vom Dabei sein an einzelnen Diskussionsveranstaltungen möglich sein.

Bei Interesse melden Sie sich bitte bei Ihrem Bürgermeister oder im Kleinregionsbüro.

Vielen Dank!
Doris Maurer, MA MA
GF Kleinregion Waldviertler Kernland

02872/200 79 20
office@waldviertler-kernland.at

 

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„Leerstandsreduktion durch soziale Integration von Zuzüglern im ländlichen Raum am Beispiel „Waldviertler Kernland““ so der offizielle Titel des Projekts.
Einfachheitshalber werden wir diesen aber mit „Wohnbauforschung“ abkürzen, da diese Projekt von der NÖ Wohnbauforschung gefördert wird.

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Hintergrund

Die demographische Entwicklung (Bevölkerungsrückgang, Alterung der Gesellschaft, …) stellt für die Gemeinden des Waldviertler Kernlands eine große Herausforderung dar. Nicht nur ist der Erhalt der Infrastruktur von dieser Entwicklung betroffen, auch die negativen Auswirkungen auf das gesellschaftliche Zusammenleben werden immer drastischer.

Daher wollen die Gemeinden unterschiedliche Aktivitäten setzen, um einen Zuzug zu forcieren. Dabei ist es den Gemeinden besonders wichtig, die Zuzügler so schnell als möglich ins aktive Gemeindeleben zu integrieren. So soll einerseits die soziale Struktur gestärkt werden, andererseits sollen von Beginn an Barrieren abgebaut und Konflikte vermieden werden.

 

Inhalt

  • Im Fokus dieser Forschung stehen einerseits die Frage nach den Motiven von Personen, die ins Waldviertel ziehen, und andererseits die Ermittlung und Evaluierung von Faktoren und Maßnahmen für eine rasche soziale Integration dieser Personen.
  • Aufgrund welcher Motive ziehen Personen ins Waldviertel?
  • Welche Auswirkungen haben die Motive auf die Wahl der Gebäude, in die diese Personen ziehen?
  • Wie können diese Personen rascher ins soziale Leben integriert werden? Es gibt bereits Erhebungen bezüglich der demographischen Merkmale von Personen, die ins Waldviertler Kernland ziehen, aber nicht bezüglich der Motive. Die Forschung bezieht sich daher auf die Motive: „Warum jemand ins Waldviertel zieht?“ und wie sich das auf die Wahl der Objekte auswirkt.

Durch das Finden von Zusammenhängen zwischen gewähltem bzw. gesuchtem Objekt und den Motiven können wichtige Rückschlüsse auf die angestrebte soziale Integration getroffen werden. Darauf aufbauend werden entsprechende Maßnahmen konzipiert, welche die Grundlage für den zweiten Teil der Forschung bilden.

 

Ziele

  • Steigerung des Zuzugs und Reduktion des Leerstandes mit Fokus „Gemeindezentren“
  • Vermeidung von Konflikten: Einheimische <-> Zuzügler
  • Sicherung der sozialen Struktur

 

Ablauf

Das Projekt besteht aus vier wesentlichen Projektschritten, welche im Zeitraum März 2018 bis Februar 2021 umgesetzt werden.

  • Erhebung des Ist-Standes
    • Demographische Daten
    • Daten zur Leerstandsentwicklung
    • Recherche von Faktoren für gute Integration
  • Erhebung und Entwicklung von Maßnahmen
  • Implementierung und Umsetzung der Maßnahmen
  • Anpassung, Evaluierung und Berichtslegung

 

Beteiligte Organisationen

Um das Projekt erfolgreich umsetzen zu können und vor allem um Doppelgleisigkeiten zu vermeiden, ist die Zusammenarbeit und Vernetzung mit der Initiative „Wohnen im Waldviertel“ und der NÖ.Regional GmbH besonders wichtig. Dazu werden Vertreter dieser Organisationen bei allen strategischen Entscheidungen miteinbezogen und die Ergebnisse aus diesem Projekt laufend diskutiert und besprochen. So soll ein konstanter Wissenstransfer stattfinden und auch die Erfahrungen dieser Organisationen in das Projekt einfließen.

Das Ilse Arlt Institut für Soziale Inklusionsforschung der FH St. Pölten wird den gesamten Forschungsprozess begleiten und wesentlich mitgestalten, sowie die Umsetzung der Maßnahmen und deren Erfolg evaluieren. Damit konnte ein kompetentes, innovatives, offenes und an den Bedürfnissen der Bevölkerung orientiertes Forschungsinstitut gewonnen werden.