Schutz vor Naturgefahren: Grundlagenerhebung für Risikosiedlungen

regenschauer+blätter_kleinDurch die prognostizierte Zunahme an Starkregen-Ereignissen sind auch in diesem Bereich weitere Anpassungsmaßnahmen nötig, vor allem um die Folgekosten von Sanierungen und Wiederherstellungen zu minimieren bzw. zum Schutz von Objekten. In den Letzten Jahren ist vielfach bei solchen räumlich sehr begrenzten Ereignissen innerhalb von einer halben Stunde so viel Regen gefallen wie sonst in einem ganzen Monat.

Neben dem Niederschlag selbst (z.B. Hagelschäden) entstehen die größten Schäden durch das vom abfließenden Wasser mitgerissene Material (Schlamm). Wenn das oberflächlich abfließende Wasser in Gebäude eindringt kommt es oft zu massiven Schäden. Hier spielt vor allem die topografische Lage eines Gebäudes eine entscheidende Rolle – in Senken, an Hängen oder in der Nähe eines Gewässers. Eine weitere Gefahr stellt die Beeinträchtigung des Betriebs von Kläranlagen durch Überflutung dar, da sich diese oft in einer Senke befinden.

Damit verbunden ist die oft zu wenig berücksichtigte Thematik eines Rückgangs des Grundwasserspiegels. Durch das rasche Abfließen von Regenwasser kann dieses nicht versickern und so den Grundwasserspiegel anreichern. Das Absinken des Grundwasserspiegels hat bereits fatale Auswirkungen.

Daher müssen Maßnahmen eingeleitet werden, um neue Versickerungsflächen zu schaffen und so die Folgen solcher Ereignisse abzuschwächen. In dieser Maßnahme erfolgt die Grundlagenerhebung für die Schaffung von Retentionsflächen und Grundwasseranreicherungsgebieten. Da die Schaffung solcher Flächen den Rahmen des KLAR! Projektes übersteiget, wird diese von den Gemeinden bzw. dem Büro Waldviertler Kernland auch nach Projektende weiter begleitet.

Zur Findung geeigneter Flächen müssen folgende Bereiche erhoben werden:

  • Wo befinden sich in der Region die Grundwasserspeicher? Aus welchen Gebieten werden die Quellen für die Trinkwasserversorgung gespeist?
  • Wo ist es in den letzten fünf Jahren zu Überschwemmungen durch Starkregen gekommen? Auf Basis dieser Daten können dann Flächen bestimmt werden, die sich als Versickerungsflächen und/oder Grundwasseranreicherungsgebiete eigenen würden. Danach kommt es zu einer Erhebung der Grundbesitzverhältnisse und ersten Abstimmungsgesprächen mit den Grundeigentümern.

Feldweg mit Wasserpfützen_kleinZiele

Durch die Schaffung von Grundwasseranreicherungsgebieten in Kombination mit Versickerungsflächen sollen nach Möglichkeit folgende Effekte erzielt werden:

  • Abschwächung der negativen Folgen von Starkregenereignissen durch das Zwischenspeichern und Auffangen von Oberflächenwasser in Retentionsflächen.
  • Stabilisierung des Grundwasserspiegels. Ziel ist es, die natürliche Speicher-, Filter und Sanierungsfunktion von Feuchtgebieten, Gewässern und hydromorphen Böden zu reproduzieren und Defizite im Gebietswasserhaushalt und Grundwasser auszugleichen.
  • Schaffung von Ausgleichsflächen für die Landwirtschaft. Ist es ein feuchter Sommer mit ausreichend Futter, werden diese Flächen nicht verwendet, sondern dienen als Biodiversitätsfläche. Damit es zu keiner unerwünschten Anreicherung des Grundwassers mit erhöhten Nitratwerten kommt, wird die Fläche dennoch einmal im Jahr abgeerntet und das Futter von der Fläche entfernt. In trockenen Jahren stehen diese Flächen der Landwirtschaft auch als Grünfutterlieferant zur Verfügung. Eine Düngung ist auf diesen Flächen natürlich verboten.

 

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