Forstwirtschaft: „Die Waldpfleger“

Trockenstress Fichte_kleinDie höheren Temperaturen und längeren Trockenphasen im Sommer setzen vor allem die Fichte unter Stress. In den letzten Jahren kam es durch Trockenheit und Käferbefall bereits zu massiven Ausfällen bei den Fichtenbeständen der Region. Die durch den Klimawandel verlängerte Vegetationsperiode ermöglicht in Zukunft einen zusätzlichen Entwicklungszyklus des Borkenkäfers und erhöht damit den Druck auf unsere Wälder weiter. Bei einer Waldfläche von über 55 % und einem Fichtenanteil von ca. 80 % stellt dies eine der größten Herausforderungen für die Region dar. Nicht nur für die Forstwirtschaft, das gesamte Landschaftsbild würde sich bei einem Sterben der Fichte verändern.

Andererseits könnte es in den Hochlagen des Waldviertler Kernlands mit ausreichenden Niederschlägen noch länger gewinnbringend sein die Fichte zu kultivieren. Dies würde für die Region wirtschaftliche Vorteile bringen, da die Nachfrage nach dieser Holzart steigen wird. Daher können und müssen waldbauliche Empfehlungen immer genau an den jeweiligen Standort angepasst werden. Dazu ist ein breites Fachwissen erforderlich, welches die Dimension der zu erwartenden klimatischen Bedingungen miteinbezieht.

Eine weitere große Herausforderung stellt die Kleinstrukturiertheit der Forstbetriebe dar, sowie die Auswirkungen der alternden Bevölkerung. Es ist zu erwarten, dass in den nächsten Jahren auf Grund von Übergabe und Erbschaften immer mehr Hof-ferne Personen Waldbesitzer werden. Diese verfügen weder über das Wissen noch über die Fähigkeiten für klimagerechte Waldbewirtschaftung. Gerade beim Auftreten von Käferkalamitäten stellen die Hof-fernen Waldbesitzer ein großes Problem für die Gemeinden und vor allem für die angrenzenden Waldbesitzer dar, weil:

  • diese den Wald nicht regelmäßig kontrollieren (fehlende Kenntnis, nicht vor Ort).
  • nicht über die nötigen Ressourcen zur eigenständigen Aufarbeitung verfügen.
  • die Grundgrenzen oft nicht bekannt sind, und daher nur erschwert Fachkräfte zur Aufarbeitung engagiert werden können (wenn überhaupt welche zur Verfügung stehen).
  • diese sich Dringlichkeit von Pflegemaßnahmen oft nicht bewusst sind.

Wald+Straße_kleinWerden die Schäden aber nicht rasch aufgearbeitet, kommt es meist zu einem Befall der angrenzenden Wälder und zu einer Verstärkung der Problematik. Daher ist es den Gemeinden ein großes Anliegen ein Programm zur raschen Aufarbeitung von Käferkalamitäten bei Hof-fernen Waldbesitzer zu erstellen, da auch Gemeindewälder davon direkt betroffen sind.

Im Rahmen dieser Maßnahmen soll besonders für neue und Hof-ferne Waldbesitzer ein umfassendes Waldbewirtschaftungsangebot durch „Waldpfleger“ (ausgebildete Forstfacharbeiter) erstellt werden. Dies beinhaltet zum ersten das gemeinsame Festlegen der Grundgrenzen (mit den Eigentümern und den Nachbarn), zum zweiten die Beratung in Waldpflegemaßnahmen, die den Wald Klima-fit machen und die Durchführung, sowie zum dritten die laufende Kontrolle des Waldes (damit Schädlingsbefall frühzeitig erkannt und aufgearbeitet wird).

 

Ziele

  • Förderung der klimagerechten Waldbewirtschaftung
  • Sicherung der Funktionen des Waldes und des Landschaftsbildes
  • Bewusstseinsbildung bei Hof-fernen Waldbesitzer – ein gesunder Wald ist ein stabiler Wald!
  • Rasches Aufarbeiten von Käferkalamitäten und Schadholz

 

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