Kernlandschulen werden klimafit!

Die Kleinregion Waldviertler Kernland initiierte das „Klimaschulprojekt: Wald, Garten, Wasser“, welches zentrale Themen der KLAR!* Waldviertler Kernland umfasst.

KLAR* = KLimawandelAnpassungsRegion

Dabei setzen sich SchülerInnen der NMS Ottenschlag, der NMS Martinsberg sowie der LFS Ottenschlag  mit den Auswirkungen des Klimawandels auseinander und erarbeiten Maßnahmen zur Anpassung.

Sehen Sie in diesem Video die großartigen Ergebnisse der SchülerInnen!

 

 

Das Projekt umfasst zwei Phasen:

Die Phänologie – Pflanzen als Zeiger des Klimawandels

Dieser Projektteil wird in allen drei Schulen gleichzeitig umgesetzt. Die Phänologie befasst sich mit den Entwicklungsstadien der Pflanzen im Jahreskreislauf. Dazu wurde in allen teilnehmenden Schulen ein Vortrag mit Herrn Hübner von der ZAMG Wien organisiert. Dabei lernten die SchülerInnen die NaturkalenderApp www.naturkalender.at kennen und installierten diese auf ihren Handys.

Mittels dieser App beobachtet jeder/e Schüler/in nun bis Juni eine Wildpflanze und dokumentiert die unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Diese Ergebnisse werden bei der Abschlussveranstaltung mittels Plakaten, welche jeder Schüler/jede Schülerin von seiner/ihrer Pflanze gestaltet, präsentiert.

 

Schwerpunktthemen in den Schulen

Das Thema Klimawandelanpassung wird über die drei Themenfelder Wald, Wasser und Grünräume bearbeitet. Durch die Verbindung mit einem direkten Handlungsfeld und  dem aktiven Umsetzen wird das Thema für die Schüler deutlich.

Vorbereitend dazu fanden im Herbst in allen drei Schulen interaktive Präsentationen zum Thema Klimawandel und Klimawandelanpassung statt. Darauf aufbauend wurden die Schüler/innen von externen Referenten und durch Exkursionen an das jeweilige Themenfeld herangeführt. In weiterer Folge planen die Schüler/innen in Gruppen die Gestaltung der Fläche, erstellen eine Skizze und begründen die Wahl der Pflanzen.  Alle Gruppenergebnisse werden einem Gremium präsentiert, welches eines der Konzepte für die Umsetzung auswählt.

Dieses ausgewählte Konzept wird gemeinsam mit allen teilnehmenden Schüler/innen unter Mithilfe von Experten und Gemeinden realisiert.

Die Schulen haben nachstehende Schwerpunkte gewählt:

"Wir fangen den Regen im Regengarten"

LFS Ottenschlag

Die Landwirtschaftliche Fachschule Ottenschlag gestaltet einen sogenannten "Regengarten" im öffentlichen Raum, um Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Starkregenereignisse abgeschwächt werden können.

Zum Wissensaufbau und praktischen Wissensvermittlung  fand im Oktober 2019 eine Exkursion zur "Garten Tulln" statt. Dort wurden den Schüler/innen die Elemente des Regengartens anhand verschiedener Gartenanlagen bzw. deren Segmente und dafür passende Gestaltungsmöglichkeiten gezeigt.

Ende Jänner erarbeitete Stefan Glaser gemeinsam mit den Schüler/innen die Grundlagen für die Anlage des Regengartens. Dabei wurde der Boden und seine Versickerungsfähigkeit genau untersucht. Danach begannen die Schüler mit der Planung des Regengartens. Von einer Jury wurde der beste Plan für den Regengarten ausgewählt, welcher dann im Herbst 2020 von den Schüler/innen gemeinsam mit Experten realisiert wurde.

 

"Grüne Wände für neues Leben!"

NMS Ottenschlag

Die SchülerInnen der NMS Ottenschlag begrünen eine Wand ihrer Schule, um die Biodiversität zu fördern und das Klima im Schulhof zu verbessern.

Um sich erste Ideen zu holen, besuchten die SchülerInnen den "Mugli", welcher zu Gast auf der Messe Wieselburg war. Dort erhielten sie viele Informationen zu den unterschiedlichen Begrünungsmöglichkeiten, und worauf dabei geachtet werden sollte.

Gemeinsam mit Gärtnermeister Reinhard Laher begutachteten sie im Jänner die zu bepflanzende Wand auf ihre Beschaffenheit, wie die Bodenverhältnisse sind und welche Witterungssituation vor Ort herrschen. All dies sind wichtige Faktoren für die Auswahl von geeigneten Pflanzen. Darauf aufbauend erstellen die Schüler in Kleingruppen eigenständig Pläne und Skizzen für die Begrünung. 

Im Oktober 2020 konnte mit Unterstützung von Gärtnermeister Reinhard Laher die Wand bepflanzt werden.

 

 

 

 

"Wir pflanzen den Wald der Zukunft!"

NMS Martinsberg

Die Schüler/innen der dritten Klasse der NMS Martinsberg pflanzten im Herbst 2020 den „Wald der Zukunft“. Dazu stellt die Gemeinde Martinsberg ein 600 ar großes Grundstück zur Verfügung.

Bei der Planung der Bepflanzung, welche auch durch die Schüler erfolgte, wurde besonders auf die Gestaltung eines ökologisch wertvollen Waldrandes Wert gelegt. In Kleingruppen pflanzten die Schüler am 19. Okt. 2020 Sträuchergruppen sowie verschiedene Wildobstsorten. Damit wird ein wichtiger Lebensraum für Kleinvögel, Schmetterlinge sowie Wildtiere vor Ort geschaffen. Außerdem wurden selbst gebaute Nistkästen angebracht, um Vögeln Unterschlupf zu bieten und so dem Borkenkäferbefall vorzubeugen.

Bei den gepflanzten Baumgruppen im inneren Teil des Waldes wurde besonders auf eine klimafitte und biodiverse Artenvielfalt geachtet. Der „Wald der Zukunft“ kann von Waldbesitzern jederzeit besichtigt werden und liefert so Anregungen für die eigene Aufforstung.

Im Vorfeld im Zuge der Planung besuchten die SchülerInnen im Herbst 2019  den Forstgarten in Ottenstein, wo sie vieles über die Aufzucht von Bäumen lernten.

Begleitet wurde das Projekt vom Waldbauexperten Herbert Grulich, der ihnen viele Informationen zu den unterschiedlichen Baum- und Pflanzenarten und den idealen Pflanzabständen gibt. Ein besonderer Fokus wird bei der Anlage auch auf einen ökologisch wertvoll gestalteten Waldrand gelegt.

In Kleingruppen erstellten die Schüler/innen maßstabsgetreue Bepflanzungspläne für das Grundstück. Für jeden Plan wird von den Schüler/innen eine Pflanzenbedarfsplanung gemacht sowie die Kosten für die Bepflanzung ermittelt.