Nachlese Veranstaltung Klimafitter Wald

Klimafitter Wald im Waldviertler Kernland

Der Klimawandel und die damit verbundene Temperaturerhöhung und Verlängerung der Vegetationsperiode setzt die für das Waldviertel charakteristischen Fichtenwälder zunehmend unter Druck. Doch was können wir tun um den Wald für die Auswirkungen des Klimawandels fit zu machen? Und was sind weitere zukünftige Herausforderungen und Chancen für die Wälder im Waldviertler Kernland? Diese und noch viele andere Fragen wurden am 16.9.2021 im Rahmen der Veranstaltung Klimafitter Wald in der Klimabündnis-Gemeinde Martinsberg diskutiert.

Versuchsfläche und Lehrpfad eröffnet

Wie der Wald der Zukunft aussehen kann, zeigt ein Feldversuch der Marktgemeinde Martinsberg und des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW) auf einer so genannten NETGEN*-Versuchsfläche. Gemeinsam mit den Kindern der Mittelschule wurden auf einem halben Hektar zerstörter Waldfläche ca. 2.000 neue Bäume in Mischkultur gepflanzt. Auch auf die ökologische Waldrandgestaltung wurde in Kooperation mit der Jägerschaft geachtet. BGM Friedrich Fürst freute sich bei der Eröffnung sehr über die vielen Besucherinnen und Besucher. Neben forstwirtschaftlich Interessierten fanden sich auch Jäger und Lehrpersonal der Mitteschule Martinsberg zur gemeinsamen Begehung der Fläche ein. Über 40 Personen konnten sich so von der erfolgreichen Umsetzung des zukunftsfähigen Mischwaldes inklusive Lehrpfad überzeugen. Wie wichtig ein gesunder Wald für uns alle ist, wurde von allen Seiten betont. „Denn der Wald ist nicht nur Leidtragender des Klimawandels, er ist auch die Lösung“, so Irene Gianordoli, Projektteam NETGEN (BFW).

Naturverjüngung und exotische Baumarten als Fluch oder Segen?

Großes Interesse herrschte auch bei der darauffolgenden Abendveranstaltung. 80 Personen folgten der Einladung der KLAR! Region Waldviertler Kernland und dem Klimabündnis NÖ unter Einhaltung der 3-G-Regel in den Martinssaal (Marktgemeinde Martinsberg). Weitere 50 Interessierte folgten dem Programm via Livestream unter www.waldundholz.at.

Dass sich zukünftig auch Chancen für die lokale Forstwirtschaft ergeben, zeigten die Vorträge von Dr. Silvio Schüler und DI Werner Ruhm (BFW). Dabei wurde nicht nur auf die geeignete Baumartenwahl und den Einsatz von nicht-heimischen Bäumen eingegangen, wir erfuhren außerdem, wie man auch mit Laubholz in Zukunft gewinnorientiert wirtschaften kann.

Durch’s Reden kommen die Leut zam!

Bei der anschließenden Diskussionsrunde bekamen dann alle die Möglichkeit, ihre Fragen via SMS zu stellen. Ing. Emil Honeder gab diese an die forstwirtschaftlichen Experten weiter. Neben Ing. Herbert Grulich (Verein zur Förderung des Waldes), Andreas Sandler (Obmann WWG Ottenschlag) Dietmar Hipp (Obmann LK Zwettl) gesellte sich auch Bezirksjägermeister Manfred Jäger zu den Spezialisten des BFW auf’s Podium. Wie wichtig dieser breite offene Austausch ist, wurde immer wieder von allen Seiten betont. „Denn durch’s Reden kommen die Leut zam!“, so die Antwort von Ing. Grulich auf die Frage, wie man den Dialog von Jagd-, Land- und Forstwirtschaft verbessern kann. Doch nicht nur diese drei Gruppen sind gefordert. Denn den Herausforderungen des Klimawandels sind wir nur gewachsen, wenn wir alle an einem Strang ziehen - da sind sich alle Expertinnen und Experten einig. Dass dieser Dialog gelingen kann, zeigt unter anderem die frisch eröffnete NETGEN-Versuchsfläche, bei der auch Ing. Grulich maßgeblich beteiligt war, vor.

*Netzwerk Genetik Wald (NETGEN)

Bäume besitzen innerhalb ihrer Art große Unterschiede. Viele Eigenschaften davon sind entscheidend für ihre Klimafitness und können daher aktiv genutzt werden um den Wald widerstandsfähiger gegen Schäden und anpassungsfähiger an die zukünftigen Bedingungen zu machen. Dauerversuchsflächen wie jene in Martinsberg machen diese Unterschiede sichtbar. NETGEN ist ein Netzwerk an Dauerversuchsflächen quer über ganz Österreich unter anderem zu den Themen: Baumsamen, Baumartenwahl, Waldverjüngung, Waldpflege, Holzernte.

 

 

 

 

 

 

 

Copyright: Alexander Braun, Klimabündnis NÖ

 

Bgm. Christian Seper (Obmann Kleinregion Waldviertler Kernland), Doris Maurer (KLAR! Waldviertler Kernland), Bgm. Friedrich Fürst, Emil Honeder (Maschinenring Waldviertel) Christina Mayerhofer (Klimabündnis NÖ), Herbert Grulich (Verein zur Förderung des Waldes), Bezirksjägermeister Manfred Jäger, Andreas Sandler (Obmann WWG Ottenschlag), Werner Ruhm und Silvio Schüler vom BFW sowie Dietmar Hipp (Obmann LK Zwettl) und Irene Gianordoli NETGen.

Erste Hilfe-Kurse Herbst 2021

Möchten auch Sie Lebensretter*in werden?

Das Waldviertler Kernland organisiert 16-stündige Erste Hilfe-Kurse.
Für BewohnerInnen der 14 Gemeinden des Waldviertler Kernlands ist die Teilnahme am Kurs gratis bei Verpflichtung zur Registiertung in der Lebensretter-App.
Alle anderen TeilnehmerInnen müssen einen Kursbeitrag von €75,- bezahlen.

Termine Herbst 2021

Turnsaal Volksschule Kottes-Purk
Samstag, 9.10.2021 8-17 Uhr                   ABGESAGT
Samstag, 16.10.2021 8-17 Uhr

Martinssaal Martinsberg
Montag, 11.10.2021 18-22 Uhr
Mittwoch, 13.10.2021 18-22 Uhr
Mittwoch, 20.10.2021 18-22 Uhr
Montag, 25.10.2021 18-22 Uhr

Mehrzweckhalle Waldhausen
Samstag, 16.10.2021 8-17 Uhr
Samstag, 23.10.2021 8-17 Uhr

Turnsaal Volksschule Albrechtsberg
Samstag, 30.10.2021 8-17 Uhr
Samstag, 6.11.2021 8-17 Uhr

Anmeldungen (bis 1 Woche vor Kursstart) im Büro des Waldviertler Kernlands unter 02872/200 79 22 oder office@waldviertler-kernland.at

 

 

 

Klimafitter Wald 16.9.2021

Programm

 

16:00 Uhr: Eröffnung Wald der Zukunft & Ökologische Waldrandgestaltung

Ort: Parkplatz GH Seewolf Edlesberg

Führung und Diskussion auf der Versuchsfläche mit Irene Gianordoli (BFW), DI Werner Ruhm (BFW) und Manfred Jäger (Bezirksjägermeister)

 

19:30 Uhr: Vorträge & Diskussion

Ort: Martinssaal in Martinsberg

Exotische Bäume in heimischen Wäldern.

Die Anzahl an exotischen Bäumen wird auch in unseren Wäldern immer mehr. Auf Grund des Klimawandels versuchen immer mehr Waldbesitzer neue, oft auch exotische Baumarten in ihren Wäldern zu pflanzen. Ob diese Segen oder Fluch sind, wird derzeit noch heftig diskutiert.

Dr. Silvio Schüler (Leiter des Instituts für Waldwachstum, Waldbau & Genetik am BFW) beschäftigt sich intensiv mit dieser Thematik. In seinem Vortrag am 16.9. bei der Veranstaltung „Klimafitter Wald“ in Martinsberg wird er auf die potenziellen Chancen und Risiken nicht-heimischer Baumarten unter Betrachtung ökonomischer und waldbaulich-ökologischer Gesichtspunkte eingehen.

 

Mischwald als Versicherung für die Zukunft.

Während in der Vergangenheit vermehrt Monokulturen mit dem Ziel einer möglichst gewinnbringenden Holzproduktion gepflanzt wurden, gewinnen in jüngster Zeit Mischbestände immer mehr an Bedeutung.

Die heute noch auf großer Fläche herrschenden, meist gleichaltrigen und häufig auch instabilen Fichtenreinbestände sind den raschen Veränderungen des Klimas nicht mehr gewachsen. Die Einbringung von Laubbäumen in die Wälder wird immer bedeutender.

Wie diese Laubbäume auch wirtschaftlich ertragreich sein können, erläutert DI Werner Rum (Leiter der Abteilung Waldbau am BFW) in seinem Vortrag am 16.9. in Martinsberg bei der Veranstaltung „Klimafitter Wald“.

 

Diskussionsrunde: Wie gelingt klimafitte Waldbewirtschaftung?

Dr. Silvio Schüler & DI Werner Ruhm (BFW)

Manfred Jäger (Bezirksjägermeister Zwettl)

Dietmar Hipp (Obmann LK Zwettl)

Andreas Sandler (Obmann WWG Ottenschlag)

Gerhard Blabensteiner (Obmann Verein zur Förderung des Waldes)