Schutz vor Naturgefahren

Ausgangslage

regenschauer+blätter_kleinDurch die prognostizierte Zunahme an Starkregen-Ereignissen sind auch in diesem Bereich weitere Anpassungsmaßnahmen nötig, vor allem um die Folgekosten von Sanierungen und Wiederherstellungen zu minimieren bzw. zum Schutz von Objekten. In den Letzten Jahren ist vielfach bei solchen räumlich sehr begrenzten Ereignissen innerhalb von einer halben Stunde so viel Regen gefallen wie sonst in einem ganzen Monat.

Neben dem Niederschlag selbst (z.B. Hagelschäden) entstehen die größten Schäden durch das vom abfließenden Wasser mitgerissene Material (Schlamm). Wenn das oberflächlich abfließende Wasser in Gebäude eindringt kommt es oft zu massiven Schäden. Hier spielt vor allem die topografische Lage eines Gebäudes eine entscheidende Rolle - in Senken, an Hängen oder in der Nähe eines Gewässers. Eine weitere Gefahr stellt die Beeinträchtigung des Betriebs von Kläranlagen durch Überflutung dar, da sich diese oft in einer Senke befinden.

Damit verbunden ist die oft zu wenig berücksichtigte Thematik eines Rückgangs des Grundwasserspiegels. Durch das rasche Abfließen von Regenwasser kann dieses nicht versickern und so den Grundwasserspiegel anreichern. Das Absinken des Grundwasserspiegels hat bereits fatale Auswirkungen.

 

Ziele

  • Abschwächung der negativen Folgen von Starkregenereignissen durch das Zwischenspeichern und Auffangen von Oberflächenwasser in Retentionsflächen.
  • Stabilisierung des Grundwasserspiegels. Ziel ist es, die natürliche Speicher-, Filter und Sanierungsfunktion von Feuchtgebieten, Gewässern und hydromorphen Böden zu reproduzieren und Defizite im Gebietswasserhaushalt und Grundwasser auszugleichen.
  • Schaffung von Ausgleichsflächen für die Landwirtschaft. Ist es ein feuchter Sommer mit ausreichend Futter, werden diese Flächen nicht verwendet, sondern dienen als Biodiversitätsfläche. Damit es zu keiner unerwünschten Anreicherung des Grundwassers mit erhöhten Nitratwerten kommt, wird die Fläche dennoch einmal im Jahr abgeerntet und das Futter von der Fläche entfernt. In trockenen Jahren stehen diese Flächen der Landwirtschaft auch als Grünfutterlieferant zur Verfügung. Eine Düngung ist auf diesen Flächen natürlich verboten.

Bereits gesetzte Aktivitäten

Erhebung der Risikoflächen

Als Grundlage für die weiteren Planungen zu Vermeidung bzw. Minimierung von Schäden durch Oberflächenwasser wurde eine umfassende Erhebung durchgeführt.

In einem ersten Schritt wurden in allen Gemeinden, in jeder KG, von den GemeinderätInnen bzw. OrtsvorsteherInnen alle bebauten Gebiete der Region erhoben, welche in den letzten 5 Jahren von Starkregenereignissen betroffen waren. Diese wurden in, vom KLAR! Büro vorbereitete Karten eingetragen. Die erhobenen Karten wurden anschließend an das KLAR! Büro übermittelt und mit den Daten der HORA – Oberflächenkarte abgeglichen und ggf. ergänzt.

Diese so entstandenen Erhebungen je Gemeinde, mit den eingezeichneten Regenwasserzonen, wurden bei der Generalversammlung an die jeweiligen Gemeindevertreter übergeben. Danach wurdeb die Ergebnisse mit allen Gemeinden nochmals direkt besprochen. In drei Gemeinden sollen nun Retentionsflächen zum Schutz der Siedlungsgebiete geschaffen werden, welche gleichzeitig auch der Grundwasseranreicherung dienen sollen.