Aus Leerstand wird Ferien-Zuhause

Ausgangslage

Kinder_klein

Der Gesundheits- oder Erholungstourismus bildet für die Region eine große Chance. Da es in der Region kaum Tropennächte gibt, klare kühle Teiche und zahlreiche Erholungswälder, könnte sich die Region als Sommerfrischeregion etablieren. Ein weiterer Vorteil liegt in der Nähe zu den Ballungszentren Wien und Linz. Bei dieser Maßnahme wird besonders auf den Schutz der natürlichen Ressourcen (Wasser, Wald, Biodiversität, usw. …) geachtet, da diese die Grundlagen für den sanften Tourismus darstellen. Ein weiterer positiver Aspekt liegt in der Verlängerung der Sommersaison.

Im Vergleich zu den Ballungszentren ist das Waldviertel von Hitzewellen noch weitgehend verschont. Nächtliche Hitze erschwert nicht nur das Einschlafen, auch die Qualität des Schlafs sinkt. Dies hat zur Folge, dass die klassische „Sommerfrische“ wieder stärker ins Zentrum rückt. Obwohl auch in unserer Region ein Anstieg der Temperaturen prognostiziert wurde, bleiben dennoch die Nächte kühl, wodurch die Innenräume auf natürliche Weise abkühlen.

Im Rahmen dieser Maßnahme soll ein Klima schonendes Angebot geschaffen werden, das vor allem Familien mit Kindern und älteren Menschen ermöglicht, ein bis zwei Monate (in den heißen Sommermonaten) im Waldviertel zu wohnen. Dies würde auch eine Reduktion des Kühlbedarfs in den Herkunfts-Wohnungen der Gäste mit sich bringen. Durch die Aktivierung derzeit leerstehender Häuser und Wohnungen werden ausreichend Angebote geschaffen ohne neue Gebäude bzw. Anlagen zu errichten.

Ziele

  • Die Chancen des Klimawandels in der Region nützen
  • Forcierung der Regionalität
  • Positive Nutzung von leerstehenden Objekten

Bereits gesetzte Aktivitäten

Ein Bett im Waldviertel

Bewohnte Häuser, belebte Dörfer, funktionierende Gemeinschaft — so wünschen wir uns unsere Region. Gemeinsam kann uns das gelingen!

Da viele Besitzer von leerstehenden Häusern und Wohnungen aus unterschiedlichen Gründen diese nicht verkaufen möchten, wurde im Jänner eine Zukunftswerkstatt abgehalten. Gemeinsam mit der Bevölkerung wurden Ideen gesammelt, wie diese Objekte dennoch genützt werden können, ohne dass sie verkauft oder langfristig vermietet werden müssen. Nachstehend die so entstandenen Ideen:

  • Ein Bett im Waldviertel: Leerstand wird vorübergehend an stress– oder hitzegeplagte Städter vermietet. Menschen aus der Stadt können über einen längeren Zeitraum (2-3 Monate) das Leben am Land kennenlernen.

Sollten auch Sie über einen ungenützten Leerstand im Waldviertler Kernland verfügen und Ihnen eine der oben genannten Ideen gefallen, dann melden Sie sich bitte bei uns: office@waldviertler-kernland.at oder 02872/200 79 20. Wir unterstützen Sie aktiv bei der Realisierung. Sie leisten damit einen großen Beitrag um unsere Region lebenswert zu erhalten.

 

Zukunftswerkstatt

80 Personen waren der Einladung zur Zukunftswerkstatt gefolgt. Michaela Moser und ihr Team der FH St. Pölten präsentierten anschaulich die erhobenen Daten sowie die Ergebnisse der Umfrage. Die Recherchen hatten ergeben, dass unsere Region über „einen großen Schatz an Ressourcen verfügt“ und seitens der Einwohner*innen auch viel Wertschätzung dafür vorhanden ist. Anschließend wurden Best Practice Beispiele aus Nachbarländern vorgestellt.

Dann ging es ans Arbeiten. Die Teilnehmer*innen wurden aufgefordert, Wünsche und Visionen zu Papier zu bringen – „die Zukunft zu spinnen“. Dabei kamen zahlreiche, unterschiedliche Ideen zutage, von

  • Partnerbörse über
  • GreenCare-Höfe,
  • kühle, leistbare Schlafplätze für hitzegeplagte Städter,
  • ein Gallierdorf, Tauschkreise,
  • Nutzung der Bahntrasse
  • bis hin zu Maßnahmen für die Jugend oder Freizeiteinrichtungen.

Diese Ideen wurden kurz vorgestellt, danach teilten sich die Teilnehmer*innen in „Interessensgruppen“ auf und arbeiteten ausgewählte Themen weiter aus. Die KLAR! Region unterstützte dabei die Arbeitsgruppe: "kühle, leistbare Schlafplätze für hitzegeplagte Städter".

Die vielen Ideen und Maßnahmenvorschläge werden in weiterer Folge im Vorstand des Waldviertler Kernlands besprochen und auf ihre Umsetzbarkeit hin analysiert. Noch dieses Jahr sollen einige Maßnahmen in Angriff genommen werden.

Erhebung der Leerstandsdaten in der Region

Diese wurden auf KG Ebene von den Gemeinderäten und Ortsvorstehern erhoben. Dazu wurden vom Büro KLAR! Waldviertler Kernland Pläne aller Ortschaften mit Hausnummern angefertigt und ausgedruckt. Die Gemeinderäte versehen alle Häuser mit einem eigenen Farbcode

  • Rot – Derzeitiger Leerstand: zu verkaufen,
  • Orange – Derzeitiger Leerstand: nicht zu verkaufen,
  • Grün – nur bewohn durch 1-2 Personen über 80 Jahre, usw.

Durch die Erhebung wurde deutlich veranschaulicht, welche Gebäude Leerstehen und welche Gebäude in naher Zukunft vom Leerstand betroffen sein könnten (das Potenzial). Diese Daten dienten als Grundlage für die weitere Entwicklung der Maßnahme.